Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel

Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel, ist in der Ostkirche bald nach dem Konzil von Ephesus (431) aufgekommen. Von Kaiser Mauritius (582-602) wurde der 15. August als staatlicher Feiertag anerkannt. In der römischen Kirche wird das Fest seit dem 7. Jahrhundert gefeiert. Am 1. November 1950 hat Pius XII. die Lehre, dass Maria mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde, als Glaubenssatz verkündet und damit die seit alters her vorhandene christliche Glaubensüberzeugung endgültig bestätigt.

In der Pfarrkirche Sankt Petrus und Paulus Ettenkirch zeigt das zentrale Deckengemälde die Verbindung von der Aufnahme Mariens in den Himmel, angedeutet durch ihr leeres Grab, der Blick der Jünger zum Himmel gerichtet, mit dem Fest „Krönung Mariens“, was am 22. August, dem Fest „Maria Königin“ gefeiert wird.

Zum Fest Aufnahme Mariens in den Himmel hat sich schon lange eine Tradition herausgebildet. Dieses Fest fällt in die Zeit, die besonders günstig zum Sammeln von Kräutern ist. So werden zu diesem Anlass Kräuterbuschen gebunden, die in der Kirche gesegnet werden. „Maria Kräuterweih“ wurde dieser Feiertag einst auch genannt, wie Karl von Leoprechting in seiner Sammlung von Bauernbräuchen und Volksglauben schreibt.

Der Kräuterbuschen soll Heilkräfte besitzen, die sich die Landbevölkerung seit Urzeiten zunutze machte, wobei die Tendenz zum Magischen nicht zu übersehen ist: Unter dem Dachboden aufgehängt, soll er vor Blitzschlag schützen, unter dem Kopfkissen das Eheglück, im Viehfutter die Gesundheit der Tiere und im Kochtopf die des Menschen fördern. Heute wird die Kräuterweihe als Ausdruck des Menschen für die Achtung vor der Schöpfung und die Heilkraft der Kräuter sowie als Symbol für die Zuwendung Gottes an den Menschen gesehen.

Im Zentrum des Straußes steht die Königskerze, eine Pflanze, die nur an den sonnigsten, wärmsten und trockensten Plätzen zu finden ist.

Der Kräuterbuschen ist eine Art traditionelle Winterapotheke. In diesen Buschen kommen verschiedene Kräuter, die einen farbenprächtigen und würzig duftenden Strauß ergeben.

Welche Kräuter gehören in den Kräuterbuschen?

In jeder Region, ja schon von Familie zu Familie ist die Tradition des Kräuterbindens unterschiedlich. Auch über die Kräuter, die in das Büschel gehören, gibt es keine Einigkeit.
Die grundlegenden Kräuter sind:
Salbei, Lavendel, Petersilie, Huflattichblätter, Johanniskraut, Tausendgüldenkraut, Meisterwurz, Wermut, Schafgarbe, Pfefferminze, Kamille, Holunder, Kreuzraute und Majoran. Ergänzt werden sie oft mit den Blüten von Zwiebeln und Knoblauch.
Von diesen Kräutern werden mindestens sieben gesammelt und zu einem Kräuterbüschel gebunden. Es gibt auch 9er, 12er, 15er und 19er Kräuterbüschel. Wichtig sei es, eine magische Zahl zu wählen, um die Wirksamkeit zu verstärken. Darin sind sich die Kräuterkundigen einig.
Wer umfangreichere Kräuterbüschel binden will, wählt 66 oder 77 Kräuter aus. Zu ihnen gehören, neben den Vorgenannten Baldrian, Arnika, Wermut, Beifuß, Tausentgüldenkraut, Alant, Engelswurz, Zinnkraut.

Am Dienstag, 15. August 2017 feiern wir um 18:30 Uhr Eucharistie in St. Petrus und Paulus, Ettenkirch, für alle drei Gemeinden der Seelsorgeeinheit. Gerne können Sie einen Kräuterbuschen mitbringen, um ihn segnen zu lassen.