Wegkreuze, Bildstöcke und Kapellen in Ailingen

Auf der Gemarkung der Kirchengemeinde Ailingen befinden sich über 20 Wegkreuze und kleine Kapellen. Wir laden Sie ein zu einem Rundwanderweg, um die Wegzeichen zu entdecken, zu betrachten, die benannten Ereignisse oder Sprüche mit dem eigenen Leben zu verknüpfen, zu verweilen und zu beten. Zusätzlich lädt natürlich die Haldenbergkapelle zu einem Besuch ein.

Die unten benannten Wegzeichen können nach einem GPS-Track inklusive Wegpunkten an den jeweiligen Kreuzen in einem Rundweg von rund 14,5 km nachgegangen oder mit dem Rad nachgefahren werden. Manchmal kommen wir eine kurze Strecke wieder zurück, um von hier den Rundweg fortzusetzen.

Die unten aufgeführten Texte sind teileweise dem 1994 erschienenen Buch entnommen:
Molsen, MartinFeldkreuze, Straßenkreuze, Kapellen in Ailingen, Berg und Unterraderach
ausleihbar im Archiv der Bodenseebibliothek Friedrichshafen.

Am Hagendorner Weg hat ein altes Grabkreuz seinen endgültigen Standort gefunden.

Die Sockelinschriften lauten:

Christus
ist der Herr der Zeit
und derEwigkeit!

Mein Jesus
Barmherzigkeit

An einer Baumgruppe auf dem Gerbe-Gelände steht das alte Kreuz mit dem Christus-Monogramm IHS, im Griechischen die beiden ersten und der letzte Buchstabe des Namens Jesus (ΙΗΣ; Iota-Eta-Sigma). Eine volkstümliche Deutung für IHS ist auch „Jesus, Heiland, Seligmacher“.

Der frühere Gerbewirt Hans Wagner errichtete 1994 auf seinem Hofgelände eine kleine Grotte mit einer Christophorusstatue. Anlass war der tragische Unfall des nur dreijährigen Christoph vom Gerbehof 1991.

Modernes Kreuz an der Hirschlatter Straße, gegenüber des Hotels Gerbe, gestiftet von H. Knittel.

An der Hirschlatter Straße (K 7725) steht auf dem Grundstück des Wolfenhofs die nach demselben benannten Wolfenhofkapelle. Sie wurde 1732 erbaut und gilt nach alter Überlieferung als „Besenkapelle“. Die dort angebrachte Tafel des Geschichtsvereins erläutert, dass das Ablegen von Reisigbesen in einer solchen Kapelle zur Heilung von Furunkeln dienen solle, wobei es wichtig war, dabei von niemandem gesehen zu werden und auf dem Weg dorthin nicht zu sprechen.

Die Pietà im Innern stammt ebenfalls aus dem Jahr 1732. Darunter die Inschrift:

O schmerzhafte Mutter, bitt für uns!

Die Figuren der Heiligen Katharina von Siena und des Heiligen Dominikus stammen wahrscheinlich aus der in den Jahren 1821 bis 1826 abgebrochenen Klosterkirche Löwental.

An der Hirschlatter Straße östlich an den Wolfenhof angrenzend steht das Hofkreuz des Wolfenhofs.

Bernhard Rauch hat es um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert gestiftet.

Die Inschrift auf der Frontseite lautet:
Gekreuzigter
Herr Jesu Christi
erbarme dich
meiner und sei mir
gnädig.

An der linken Sockelseite steht:
Im Kreuz
ist das Heil
der Welt

An der rechten Sockelseite steht:
Gelobt sei
Jesus Christus

Im Jahr 1749 wurden entlang der Straße von Hirschlatt nah Ailingen anlässlich einer Stiftung 14 Kreuzwegstationen errichtet, wohl in Zusammenhang mit der im Jahr 1721 gegründeten Rosenkranzbruderschaft Hirschlatt-Kehlen. Die in den Nischen angebrachten Bildtafeln wurden im 19. und 20. Jahrhundert mehrfach erneuert. Wegen Straßenerweiterungsarbeiten zwischen 1953 und 1956 wurden 13 Stationen abgetragen.

(Erläuterung des Geschichtsvereins auf der Tafel an der Wolfenhofkapelle)

Die einzig erhaltene steht rund 100 Meter östlich des Wolfenhof-Kreuzes an der Hirschlatter Straße.

Im Jahr 2000 errichtete die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) Ailingen dieses Wegkreuz an einem kleinen Verbindungsweg südlich von Hagendorn. An dieser Stelle stand ein inzwischen zerstörtes Kreuz.

Die Inschrift in einem die Weltkugel versinnbildlichenden Kreis mit Kreuzsymbolik:

Christus
gestern, heute, in Ewigkeit
Sein ist die Zeit
AD 2000

Das Kreuz wird gepflegt von Ailinger KAB-Mitgliedern.

An der Einmündung der Bunkhofener Straße in die Bodenseestraße steht südlich „Stiebes Kreuz“.

Gelübde und Gebetserhörung waren der Grund für dieses Feldkreuz von Agathe Stiebe in gotischer Form.

Am „Bunkhofener Kirchweg“ zwischen Bunkhofen und Ailingen an der Abzweigung zur Leonie-Fürst-Straße steht hoch errichtet ein Kreuz des Bunkhofener Bildhauers und Schnitzers Josef Bergmüller aus dem Jahr 1983.

Hinter dem Korpus am Kreuz ist der Hintergrund mit Strahlen versehen.

Viele Jahre war an dieser Stelle eine Station bei der Öschprozession an Christi Himmelfahrt. Seit 2013 findet an Christi Himmelfahrt ein gemeinsamer Gottesdienst aller drei Gemeinden der Seelsorgeeinheit in Ettenkirch statt.

Am südlichen Ende von Wolfenesch, kurz vor der Einmündung in die Rotachstraße, steht das „Ittenhauser Kreuz“.

1888 wurde es von Bewohnern Ittenhausens zum Dank für das glückliche Überleben beim Rotachhochwasser gestiftet.

Daran erinnert die Inschrift auf dem Sockel:

Durch deinen Schmerz und deinen Tod
Hilf Jesus uns aus
aller Noth

MDCCCLXXXVIII
(1888)

Am Reinachweg, kurz vor Reinach/Reinachmühle, steht links das „Thaddäus-Kreuz“.

Es wirkt äußerst leicht und luftig durch die breiten Bronzebänder. Die Metalltafel benennt das Anliegen:

Heiliger Thaddäus steh uns beidass Gott uns barmherzig sei.

Der Heilige (Judas) Thaddäus wird in großer Not und ausweglosen Situationen angerufen.

Am Weg Richtung Weilermühle steht am Waldrand links das der Muttergottes geweihte Wegkreuz. Es wurde 1954 von der Schönstatt-Mädchenjugend anlässlich deren Gründung in Ailingen 1953 errichtet und vom damaligen Pfr. Eugen Bohn eingeweiht.
Kind, wo gehst du hin, weißt du nicht,
daß ich deine Mutter bin.

Das in Holz eingravierte Abbild der Schönstattkapelle ziert eine strahlenbekränzte Krone sowie ein Metallstich Maria mit Kind.
Die Abkürzung MTA bedeutet Mater ter admirabilis = dreimal wunderbare Mutter: Mutter Gottes, Mutter des Erlösers und Mutter der Erlösten oder auch: wunderbar in ihrem Glauben, ihrer Hoffnung und ihrer Liebe.

Eine Bank lädt zum Verweilen ein.
Es wird gepflegt von Anna Hildebrand.

An der Hauptstraße steht das 1971 von Johann Baptist Eberle gestiftete Kreuz aus Dankbarkeit für die gesunde Rückkehr aus dem Krieg.
Unter dem Kreuz mit Christuskorpus stehen Maria, die Mutter Jesu und Maria aus Magdala, in der Mitte ist ein Engelskopf abgebildet.
Christus
lebt,
regiert,
triumphiert

Am Bäumlinger Weg, etwas nördlich des Hofs Eberle, steht das „Bäumlinger Kreuz“.
Josef Eberle ließ es 1948 aus Dankbarkeit für die gesunde Rückkehr seines Sohnes Josef aus dem Krieg 1945 erstellen.
Die Inschrift lässt darauf schließen, dass der Stifter Landwirt war:
Ohne Gottes Gunst
ist all Arbeit hie umsonst.
Vater unser.

In der Mitte des Kreuzes ist ein Christus-Kopf mit Dornenkrone, zwischen Kreuz und Inschrift ein Bild der Gottesmutter Maria.

Weiter nördlich am Bäumlinger Weg, an der Abzweigung zum Ellenbergweg, steht rechterhand das „Ellenberg-Kreuz“

1877 stiftete Johann Baptist Eberle es für seinen kranken Sohn. Dieser überwand seine Krankheit und wurde letztlich 80 Jahre alt.

Das Kreuz mit Christuskorpus ist mit drei Engeln verziert.

Hermann Scharpf baute den gusseisernen Sockel dazu.

Die Inschrift des Sockels lautet
Gelobt sei Jesus Christus

Auf der Rückseite die Jahreszahlen
1877
1977

Östlich des Martinshofs steht die Martinshof-Kapelle.

Martin Bucher erbaute sie 1827 für seine stark gehbehinderte Frau, um ihr den Gottesdienst zu ermöglichen.

Die Kapelle wurde 1996 renoviert und „Maria Trost“ geweiht.

Das Innere mit einigen Kniebänken ist ausgeschmückt mit einer Statue Maria mit Jesuskind in der Mitte, eine Herz-Jesu-Statue sowie ein Herz-Maria-Bild.

„Brunnenstuben-Kreuz“

Östlich der nördlichen Hauptstraße (L 328a) bei der Abzweigung zum Wanderparkplatz Horach, steht seit 1971 das so genannte Brunnenstuben-Kreuz. Bis zu dieser Zeit stand es an der Brunnenstube des Gewanns Röße. Weil es dort häufig beschädigt wurde, versetzte man es im Zuge des Straßenneubaus.

Die Inschrift auf dem Sockel lautet:

Gott segne die Fluren.
Vater unser

Am Lottenweiler Weg bei der Einmündung des Lothowegs steht „Bruggers Missionskreuz“.
Alfred Brugger stiftete es im Anschluss an eine Missionswoche 1963.

Die Inschrift unterhalb des Kreuzes, hier verdeckt von Blumen:
Christus
ist
der Herr
1963

Gegenüber der Einmündung des Ellenbergwegs in die Hauptstraße steht am Hang „Bergers Kreuz“.

Es erinnert an eine aufregende Vergangenheit: zunächst die Dankbarkeit für die gesunde Heimkehr aus dem Krieg, dann der Bombenangriff auf Lottenweiler 1944.

Die Inschrift der Steintafel ist leider nicht lesbar.

Östlich der Hauptstraße am Hof Feierabend erinnert ein Kreuz an die Gefallenen des 1. Weltkriegs. Die Inschrift auf der Marmortafel erzählt das Anliegen von Hans Feierabend:

Das Kreuz ist meine Hoffnung im Leben,
im Leiden,
im Tod.

Den Helden von 1914-1918 zum Dank errichtet.

An der Einmündung der Weiherstraße in den Haldenbergweg steht seit 1894 dieses Kreuz. Familie Kesenheimer hatte es gestiftet.

Die Inschrift auf der Frontseite lautet:
Gekreuzigter
Herr Jesu Christi
erbarme dich unser
im Leben u im Tode

An der linken Seite steht:
Im Kreuz
ist das Heil
der Welt.